Aufgabe 2
Auf dem Prüfstand: Die Resilienz der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland
Die liberale Demokratie steht unter Druck, ihre Qualität hat in den vergangenen Jahren weltweit teils signifikant nachgelassen. Gleichwohl sind Demokratien der Regression nicht hilflos ausgeliefert. Sie besitzen Resilienzpotenziale, die aber aktiviert werden müssen.
Merkel, Wolfgang: Wie resilient ist unsere Demokratie? In: APuZ 27 (2024), S. 2.
Beschreibe zentrale Merkmale der parlamentarischen Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland.
Analysiere das „Mehrebenenmodell der demokratischen Resilienz“.
Beurteile unter Nutzung des Modells der demokratischen Resilienz den aktuellen Zustand der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland.
Entwickle, unter Einbeziehung von Demokratietheorien, Maßnahmen gesellschaftlicher und politischer Akteure, demokratische Resilienzpotenziale zu aktivieren.
Zur Bearbeitung der Aufgabe sind alle Materialien einzubeziehen.
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Anmerkung: Sequentialität – Abfolge von Prozesse
Merkel, Wolfgang: Wie resilient ist unsere Demokratie? In: APuZ 27 (2024), S. 20.
Material 2 Wie resilient ist unsere Demokratie? 2024, Wolfgang Merkel, Politikwissenschaftler
Merkel, Wolfgang: Wie resilient ist unsere Demokratie? In: APuZ 27 (2024), S. 19-24.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Begriffsklärung: parlamentarische Demokratie
Inhalte, z. B.:
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Gewaltenteilung: Trennung von Legislative, Exekutive und Judikative
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parlamentarisches System: Abhängigkeit der Regierung vom Vertrauen des Bundestags
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Bundesstaatlichkeit: föderaler Staat mit 16 Bundesländern und eigenen Regierungen
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Rechtsstaatlichkeit: staatliche Entscheidungen auf Gesetzen basierend
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Schutz der Grundrechte
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Mehrparteiensystem: Vielfalt und Wettbewerb durch mehrere Parteien
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Wahlen: freie, geheime, gleiche, allgemeine und unmittelbare Wahlen zum Parlament
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Verantwortlichkeit der Regierung vor dem Parlament
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Opposition: Kontrolle der Regierung
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Grundrechte: Schutz individueller Freiheit und demokratische Teilhabe
Begriffserklärung:
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demokratische Resilienz: Fähigkeit eines politischen Systems, Bedrohungen und Krisen zu widerstehen, sich zu erneuern und aus solchen Krisen gestärkt hervorzugehen, ohne den demokratischen Charakter zu verlieren
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Kennzeichen von Modellen
Intention des Modells, z. B.:
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Mehrebenenmodell der demokratischen Resilienz: theoretisches Konzept, wie Demokratien auf verschiedenen Ebenen stabilisiert und geschützt werden können, um auf Herausforderungen und Krisen zu reagieren
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Instrument zur Bewertung der Stabilität von demokratischen Systemen
Aussagen des Modells, z. B.:
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Herausforderungen, die von außen auf das System wirken: Klima, wirtschaftliche Krisen, Pandemien, Migration
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Zusammenwirken der individuellen, institutionellen und zivilgesellschaftlichen Ebene
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Unterscheidung verschiedener Resilienzformen und -funktionen wie z. B. Widerstand gegen Bedrohungen und Krisen, Bewahrung des demokratischen Charakters
Inhalte, z. B.:
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konstitutionelle Gewalten: Pandemieschutzmaßnahmen, zeitweilige Verlagerung der Macht von der Legislative zur Exekutive, funktionierende Judikative, wehrhafte Demokratie
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Parteiensystem: Etablierung neuer Parteien, steigende Wahlbeteiligung, Wahl extremistischer Parteien gefährdet die Demokratie, Angriffe auf Politiker
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Zivilgesellschaft: wachsendes gesellschaftliches Engagement, Ehrenamt, wirksame NGOs, Bürgerinitiativen
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politische Gemeinschaft: Angriffe auf Minderheiten, Entsolidarisierung, Verschärfung sozialer Gegensätze, Verfassungspatriotismus
Kriterien zur Beurteilung, z. B.:
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Legitimität
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Gerechtigkeit
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Durchsetzbarkeit
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Akzeptanz
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Finanzierbarkeit
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Wirksamkeit
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Macht
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Menschenrechte
Begriffsklärung:
Demokratietheorien: z. B. Pluralismus-, Konkurrenz- und Identitätstheorie
Inhalte, z. B.:
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gesellschaftliche Akteure: NGOs, Vereine, Bürgerinitiativen, Staatsbürger
Maßnahmen:
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Überwachung politischer Entscheidungsprozesse (Pluralismus-, Konkurrenztheorie)
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Förderung gesellschaftlicher Integration und politischer Teilhabe für marginalisierte Gruppen (Pluralismustheorie)
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Engagement gegen soziale Ungerechtigkeiten, Offenlegung von Missständen (Pluralismustheorie)
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demokratische Bildung, durch Aufklärungsarbeit und Programme zur politischen Bildung und Stärkung demokratischer Werte (Pluralismus-, Identitätstheorie)
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faktenbasierte Berichterstattung, Aufklärung über politische Themen (Pluralismus-, Identitätstheorie)
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Förderung von Demokratieverständnis und kritischem Denken (Identitätstheorie)
politische Akteure: politische Parteien, Staatsbürger, Politiker
Maßnahmen:
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Einführung direktdemokratischer Verfahren, z. B. Volksentscheide (Identitätstheorie)
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Stärkung des Parlamentes, z. B. Wahlrechtsreform (Konkurrenz- oder Konsensdemokratie)
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Stärkung des Abgeordneten, z. B. Aufhebung des Fraktionszwangs (Konkurrenztheorie, Pluralismustheorie)
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antipopulistischen Strategien durch faktenbasierte Debatten und inklusiven politischen Diskurs entgegenwirken (Pluralismustheorie)