Beispielaufgabe 3 – Südamerika
1 Naturraum, Nachhaltigkeit und Rohstoffe im Amazonasgebiet
Erläutere mithilfe geeigneter Atlaskarten je zwei naturräumliche Gunst- und Ungunstfaktoren, die das wirtschaftliche Potenzial von Französisch-Guyana beeinflussen!
Erkläre mögliche negative Folgen der Ölförderung im Bereich der brasilianischen Küste unter Einbeziehung der Anlage III.1!
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) setzt im Amazonasgebiet u. a. auf das Projekt Bioökonomie und Wertschöpfungsketten.
Weise anhand von Anlage III.2 verschiedene Dimensionen der Nachhaltigkeit dieses Projekts nach!
2 Megacity Rio de Janeiro
Arbeite mithilfe von Anlage III.3 und geeigneter Atlaskarten die Attraktivität von Rio de Janeiro als Touristendestination heraus!
Erörtere ausgehend von Anlage III.3 und III.4 und geeigneten Atlaskarten mögliche Folgen eines Ausbaus des Tourismussektors in Rio de Janeiro!
Zeige unter Verwendung von geeigneten Atlaskarten beispielhaft auf, inwiefern sich räumliche Strukturen in Rio de Janeiro mithilfe der Theorie der fragmentierenden Entwicklung erklären lassen!
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Anlage III.1 Geplante Ölförderung im Nordosten Brasiliens

Anlage III.2 Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit: Projekt Bioökonomie und Wertschöpfungsketten (gekürzt)
Anlage III.3 Bild von Rio de Janeiro

Anlage III.4 Daten zu Rio de Janeiro
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Bevölkerung (2000) Bevölkerung (2021) |
ca. 10,86 Millionen ca. 12,76 Millionen |
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Anzahl der touristischen Übernachtungen pro Jahr |
ca. 19,6 Millionen |
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Registrierte Beschäftigte in der Tourismuswirtschaft (2019) |
244.088 |
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Besucherinnen und Besucher des Karnevals pro Jahr |
ca. 1 Million |
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Umsatz im Tourismussektor pro Jahr |
ca. 1,5 Milliarden Euro |
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Fluggastbewegungen pro Jahr |
ca. 17 Millionen |
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Anteil der Wald- und Grünflächen im Stadtgebiet |
ca. 25 Prozent |
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Darstellung von naturräumlichen Gunst- und Ungunstfaktoren, z. B.
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Lage am Atlantik und damit grundsätzlich gute Handelsmöglichkeiten
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ganzjährige hohe Niederschläge und hohe Temperaturen und damit potenziell ganzjähriger Anbau
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Lage am tropischen Meer und damit Potenzial für Tourismus und Fischfang
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Wald als Rohstoffquelle für die Holzindustrie und Erzeugung von Energie
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großflächiger tropischer Regenwald und damit noch keine infrastrukturelle Erschließung
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geringwertige tropische Böden und damit eingeschränkte landwirtschaftliche Nutzbarkeit
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bisher kaum Abbau von Rohstoffen und damit geringes Exportpotenzial
Darstellung negativer Folgen der Ölförderung, v. a.
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Lage der Lizenzgebiete in der Nähe sensibler Ökosysteme und damit Gefährdung des Lebensraums für Flora und Fauna, insbesondere des Riffs und der Mangrovenwälder;
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besonders schwierige Eindämmung einer Ölhavarie aufgrund der schweren Zugänglichkeit sowie großflächiger Verteilung des Öls durch starke Strömungen;
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Störung der dort ansässigen Branchen Fischerei und Tourismus durch den Aufbau der nötigen Infrastruktur und zunehmenden Schiffsverkehr sowie Gefahr von großen Verdienstausfällen im Falle einer Verschmutzung;
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besonders schwierige und damit kostenintensive Abbaubedingungen durch starke Strömung bei off-shore-Förderung;
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Risiko der Fehlinvestition im Falle fallender Ölpreise als Folge des weltweiten Ausbaus erneuerbarer Energien;
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Gewinntransfer durch Vergabe der Förderkonzessionen an ausländische Mineralölkonzerne;
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fehlender Anreiz zum Ausbau erneuerbarer Energien sowie zum Energiesparen durch billiges Öl.
Nachweisen von Dimensionen der Nachhaltigkeit
ökonomisch v. a.
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Förderung von indigenen Völkern und Kleinbauern durch Einbindung in den Wirtschaftskreislauf und Vermarktungsoptionen sowie Vergabe von Kleinkrediten;
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Diversifizierung der Wirtschaft durch Einbeziehung des Tourismus und damit geringere Krisenanfälligkeit;
ökologisch, v. a.
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Förderung des Anbaus ökologisch nachhaltiger Produkte und damit Beitrag zum Erhalt der Biodiversität;
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kleinbäuerliche Strukturen und Fokussierung auf nachwachsende Waldprodukte damit umweltfreundliche Inwertsetzung des Regenwaldes;
sozial, v. a.
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Beitrag zur Nahrungssicherung und Armutsminderung und damit Möglichkeit zum Durchbrechen des Teufelskreises der Armut;
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Einbezug von regionalen Partnern und Anknüpfung an bereits bestehende Projekte und damit höhere Akzeptanz und Verstetigung erfolgreicher Strukturen;
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Know-how-Transfer sowie Zugang zu Bildung und damit Stärkung der Zukunftsfähigkeit.
Herausarbeiten der Eignung, v. a.
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ganzjährig warme Temperaturen, vor allem in den (Süd-) Sommermonaten, jedoch relativ hohe Niederschläge, daher vor allem (Süd-)Wintermonate als angenehme Reisezeit;
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gut erreichbare Küstenlage und leichte Zugänglichkeit für Kreuzfahrttourismus, internationaler Flughafen für Gästeankünfte aus dem In- und Ausland, ausgebaute Infrastruktur für Besichtigungstourismus;
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attraktive abwechslungsreiche Landschaft mit bewaldeten Hügeln, vorgelagerten Inseln und Stränden mit geschützten Buchten und daher gute Eignung für Bade- und Yachttourismus, Ausflugs- und Wandertourismus;
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berühmte Sehenswürdigkeiten und weitere kulturelle Angebote, wie z. B. der Karneval, und damit gute Eignung für Städte- und Eventtourismus;
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hoher Bekanntheitsgrad der Stadt mit positiver Konnotation.
Erörterung von Folgen
Chancen, z. B.
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Generierung weiterer Einnahmequellen und Devisen eines Schwellenlandes und somit Beseitigung von Entwicklungsdefiziten, Modernisierung und Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit;
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Möglichkeiten der Investition in weitere Infrastrukturmaßnahmen;
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Zunahme von Arbeitsplätzen für lokale Bevölkerung und Migranten aus weniger entwickelten Teilen Brasiliens;
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Inwertsetzung von kulturellem Erbe und Beitrag zu dessen Erhalt.
Risiken, z. B.
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nötige Investitionen in touristische Infrastruktur, Aufnahme von Krediten bei unsicherem Erfolg der Strategie;
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Gefahr des Overtourismus durch Intensivierung des nationalen und internationalen Touristenzustroms und damit Schaffung eines Negativimages mit negativen Rückkopplungseffekten;
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Flächenverbrauch durch weitere Bautätigkeiten und Zerstörung des Landschaftsbildes der ohnehin dicht bebauten Küste sowie Zurückdrängen der Biodiversität;
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Zustrom von Binnenmigranten und Gefahr der Ausweitung von Marginalsiedlungen infolge geringer Bezahlung im Tourismussektor mit Negativfolgen illegaler Siedlungen;
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Anfälligkeit von Krisen im Tourismusbereich.
Aufzeigen der Theorie der fragmentierenden Entwicklung, v. a.
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Zeitliches und räumliches Nebeneinander von Gewinnern und Verlierern der Globalisierung in sozialer, wirtschaftlicher und räumlicher Dimension;
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Fragmentierung auf substaatlicher und lokaler Ebene;
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inselhafte Verteilung von Favelas über das ganze Stadtgebiet und damit neue Peripherie mit geringem Entwicklungsstand und kaum Teilhabe an globalen ökonomischen Prozessen;
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einkommensbedingte Segregation der Wohnbevölkerung mit Konzentration der Oberschicht und Gated Communities in attraktiven Lagen, insbesondere an der Küste;
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mögliche globalisierte Orte: Produktion von Gütern und Gewerbe, v. a. im Norden der Stadt sowie Tourismus in Küstennähe.