Beispielaufgabe 1 – Subpolare und polare Zone
1 Naturraum
Anlage I.1 zeigt die Klimadiagramme der Stationen Yellowknife, Kanada (62°28’N/114°20‘W) und Ålesund, Norwegen (62°28’N/06°11‘O).
Erkläre die grundlegenden Unterschiede hinsichtlich Temperatur und Niederschlag!
Anlage I.2 zeigt die Standorte der Forschungsstationen Kobbefjord Research Station, Summit Camp und Station Nord auf Grönland.
Lege jeweils mögliche lagebedingte Forschungsschwerpunkte und Herausforderungen dar! Verwende dazu auch geeignete Atlaskarten!
2 Wirtschaft und Bevölkerung im hohen Norden
Anlage I.3 zeigt einen Bericht über den Abbau Seltener Erden in Nechalacho (62°10’N / 112°58‘W), Northwest Territories, Kanada.
Arbeite heraus, inwiefern dieses Projekt die Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen versucht! Verwende dazu auch geeignete Atlaskarten!
Anlage I.4 zeigt das Bevölkerungsdiagramm Kanadas von 2022.
Erläutere mögliche Herausforderungen, die sich daraus für Kanada ergeben!
Erörtere mögliche ökonomische Folgen des gegenwärtigen Klimawandels für Grönland!
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Anlage I.1 Klimadiagramme der Stationen Yellowknife und Ålesund


Anlage I.2 Standorte dreier Forschungsstationen auf Grönland

Anlage I.3 Artikel der Canadian Press vom 23.05.2022 (übersetzt und adaptiert)
1CAD: Kanadische Dollar; 1 CAD entspricht etwa 0,74 Euro.
2Yellowknives Dene First Nation: Eine Vereinigung indigener Völker Kanadas
Anlage I.4 Bevölkerungsdiagramm von Kanada

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Erklärung der grundlegenden Unterschiede hinsichtlich Temperatur und Niederschlag
Temperatur, v. a.
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deutlich geringere Jahresdurchschnittstemperatur in Yellowknife mit zwar geringfügig höherem Maximum im Sommer jedoch weitaus niedrigeren Temperaturen im Winter;
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größere Amplitude aufgrund der kontinentalen Lage inmitten des nordamerikanischen Kontinents, im Gegensatz zur durch den Nordatlantikstrom beeinflussten Küstenstadt Ålesund.
Niederschlag, v. a.
-
wesentlich höhere Jahresniederschlagssumme mit Maximum im Winter in Ålesund aufgrund der Kondensation feuchter Luftmassen im Luv der Skanden nach intensiver Wasserdampfaufnahme über dem warmen Nordatlantikstrom im Gegensatz zu geringen Werten bei sommerlichem Maximum in Yellowknife aufgrund der großen Entfernung zum Meer und des deutlich geringeren Wasserdampfgehaltes bei niedrigeren Temperaturen.
Darlegung möglicher Forschungsschwerpunkte sowie Herausforderungen
Station Nord, v. a.
-
Lage am Nordpolarmeer mit Forschungsmöglichkeit zur Meereisentstehung und Entwicklung der Meereisbedeckung sowie Erstellung von Messreihen;
-
Schwierige An- und Abreise sowie Versorgung mit Gütern und medizinischen Dienstleistungen aufgrund peripherer Lage und ganzjähriger Meereisbedeckung mit der Folge höherer Kosten;
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Lage im eisfreien Bereich mit Forschungsmöglichkeit zum Permafrostboden, jedoch relativ große Entfernung zum grönländischen Eisschild;
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psychische Belastung aufgrund der sehr langen Dunkelheit in der Polarnacht.
Summit Camp, v. a.
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Erkenntnisse über Veränderungen am zentralen Eisschild mit der Möglichkeit zur Erforschung langer Eisbohrkerne zu Zwecken der Klimarekonstruktion;
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äußerst schwierige An- und Abreise sowie Versorgung mit Gütern und medizinischen Dienstleitungen aufgrund der peripheren Lage mit der Folge höherer Kosten;
-
physische und psychische Belastung aufgrund extremer Klimabedingungen und langer Dunkelheit in der Polarnacht.
Kobbefjord, v.a.
-
Erkenntnisse über Schmelzprozesse am südlichen Rand des Eisschildes sowie zum Auftauverhalten des Permafrostbodens;
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mögliche Beeinflussung der Messwerte durch die nahegelegene Siedlung und stärker frequentierte Wasserverkehrswege.
Herausarbeiten der Nachhaltigkeit des Projekts
ökonomische Aspekte, v. a.
-
Förderung von oberflächennahen, global bedeutsamen und hochpreisigen Rohstoffen mit der Möglichkeit einer lukrativen Wertschöpfung bei enormem Wachstumspotenzial und umfangreichen Reserven;
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Diversifizierung der globalen Anbieter und damit Beitrag zur Kostensenkung durch Reduzierung der monopolartigen Marktstruktur;
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ggf: Verringerung der Abhängigkeit von chinesischen Anbietern.
ökologische Aspekte, v. a.
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Einsatz der Materialien in Produkten, die potenziell den globalen CO2-Ausstoß senken können;
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umweltschonendes mechanisches Gewinnungsverfahren mit geringem Wasserverbrauch bei Vermeidung chemischer Abfälle;
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Nutzung einer bereits vorhandenen Transportinfrastruktur mit relativer Nähe des Standortes zur Weiterverarbeitung und damit vergleichsweise kurze Transportwege.
soziale Aspekte, v. a.
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Schaffung von Arbeitsplätzen in einer peripheren, strukturschwachen Region unter Einbindung indigener Einwohner mit Aussicht auf Beteiligung.
Erläuterung möglicher Herausforderungen für Kanada, v. a.
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insgesamt Urnenform mit Kennzeichen einer überalternden Gesellschaft;
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steigende Belastung der sozialen Sicherungssysteme infolge
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der Zunahme älterer Bevölkerung mit wachsenden Ausgaben für die Gesundheitsversorgung, insbesondere bei weiter steigender Lebenserwartung;
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der Verschiebung des Verhältnisses von erwerbstätiger zu nicht-erwerbstätiger Bevölkerung insbesondere durch den Eintritt geburtenstarker Jahrgänge ins Rentenalter in den kommenden Jahren und signifikant kürzeren Kohorten bei den Jugendlichen mit weniger Eintritten ins Erwerbsleben und dadurch Fachkräftemangel;
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nötige Anpassungen an die veränderte Sozialstruktur beispielsweise durch Zusammenlegung oder Schließung von Kindertagesstätten und Schulen sowie die Errichtung zusätzlicher Pflegeheime.
Erörterung ökonomischer Folgen für Grönland, v. a.
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erstmalige oder leichtere Zugänglichkeit zu lukrativen Rohstofflagerstätten, jedoch Gefahr für die Infrastruktur aufgrund von erhöhtem Schmelzwasserabfluss, Muren und auftauenden Permafrostböden;
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Möglichkeit der Ausweitung der Landwirtschaft in Folge einer verlängerten Vegetationsperiode sowie neuer eisfreier Bereiche, jedoch Rückgang der Fischbestände und dadurch finanzielle Einbußen im Fischfang;
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Eröffnung oder Ausbau neuer Schifffahrtsrouten wie beispielsweise der Nordwestpassage aufgrund von reduziertem Küsteneis mit der Folge einer besseren Einbindung in und Teilhabe an globalen Warenströmen und Tourismus, jedoch langfristig Problematik des steigenden Meeresspiegels für die Küstenorte