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Aufgabe IV – Wahrheit – Glaube – Menschenwürde

Hinweis: Es werden vier Aufgaben zur Auswahl gestellt, von denen eine bearbeitet werden muss.

Themaaufgabe

In der globalisierten und digitalisierten Welt ist die Suche nach verlässlicher Wahrheit für den Einzelnen zu einer enormen Herausforderung geworden. Zugleich sind Achtung und Schutz der unantastbaren Menschenwürde (vgl. Artikel 1 Grundgesetz) in gesellschaftlicher, politischer, religiöser und wirtschaftlicher Hinsicht auch in Deutschland immer wieder gefährdet. Es erhebt sich die Frage, welchen Beitrag die christliche Botschaft zum Schutz der Menschenrechte leisten kann.

Die folgenden Zitate sind einem Aufsatz mit dem Titel „Was ist Wahrheit“ entnommen, den Volker Gerhard, Professor für Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin in der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ (Heft 27, 2020) veröffentlichte.

1

„Wahrheit ist, wie nicht nur schon Sokrates und Platon wussten, sondern auch der Apostel Paulus (vgl. Gal 5,7), vielfältig und kann je nach Standpunkt, sogar höchst gegensätzlich sein. (...) Mit der Verdichtung der besiedelten Erde zum „globalen Dorf“ wächst der Wert der Wahrheit kontinuierlich an: Je komplexer und zugleich komprimierter Lebensverhältnisse werden, umso wichtiger ist die verlässliche Koordination der erdumspannenden Aktivitäten. (...) Wir brauchen die in zahllosen Varianten vorkommende Wahrheit, um gemeinschaftlich leben und verlässlich handeln zu können.“

1.1

Stelle ausgehend von dem Zitat an einem konkreten Beispiel aus Schule, digitalen Medien, Politik o. ä. die Herausforderungen verschiedener Wahrheitsansprüche in der Gesellschaft an den Einzelnen dar!

10 BE

1.2

Zeige eine Option von Religionen im Umgang mit Wahrheitsansprüchen auf und prüfe, inwieweit diese geeignet ist, „um gemeinschaftlich leben und verlässlich handeln zu können“!

10 BE
´

2

„Die Wahrheit des Glaubens muss letztlich auch existenziell begriffen werden, nämlich, ob und in wie weit sie mir – ganz persönlich – etwas bedeutet. (…) Zweifellos hat auch die Wahrheit des Wissens einen großen Einfluss auf meine moralische und religiöse Beziehung zu den Gegenständen und Vorgängen in der Welt; sie kann enorme technisch-praktische Konsequenzen haben, die ganz erheblich auf das zurückwirken können, was und wie ich glaube.“

2.1

Entfalte ein Normenbegründungsmodell deiner Wahl und wende dieses im Hinblick auf verschiedene Handlungsoptionen im Umgang mit einer konkreten ethischen Entscheidungssituation an!

25 BE

2.2

Skizziere knapp das biblisch-christliche Menschenbild und begründe daraus den Primat der Gewissensentscheidung im Kontext der Verantwortungsethik! Beziehe dich dabei auch auf das Zitat!

25 BE

3

„Die christliche Botschaft (...) ist durchdrungen von der (...) Einsicht, dass nur die Liebe dem Menschen eine Befreiung aus der Beschränkung leibhaftig-sinnlicher Selbst- und Welterfahrung eröffnen kann.“

Erörtere ausgehend von dem Zitat, inwiefern auch die Reich-Gottes-Botschaft von der „Beschränkung leibhaftig-sinnlicher Selbst- und Welterfahrung“ befreit.

20 BE

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