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A1 Tonerzeugung E-Gitarre

Die E-Gitarre ist eines der wichtigsten Instrumente in der Pop- und Rockmusik. Der Tonabnehmer einer E-Gitarre besteht aus einer Spule und sechs darin steckenden zylinderförmigen Magneten. Jede der Gitarrensaiten befindet sich genau über „ihrem“ Magneten. Durch die Schwingung der Saite wird im Tonabnehmer eine Spannung induziert, die dann über einen Verstärker in ein akustisches Signal umgewandelt wird.

Rote E‑Gitarre mit Hals, Tonabnehmern und sechs SaitenRote E‑Gitarre mit Hals, Tonabnehmern und sechs Saiten

1

Die Funktionsweise eines Tonabnehmers einer E-Gitarre soll im Folgenden mit einem vereinfachten Modell untersucht werden.

a

Stelle in Material 1 Abb. 1 die Struktur des Magnetfelds durch Feldlinien dar.

3 BE

b

Erkläre mithilfe von Material 2 Abb. 2, dass durch die Schwingung der Blattfeder eine Wechselspannung in der Spule des Tonabnehmer-Modells induziert wird, die die gleiche Frequenz aufweist wie die Schwingung.

4 BE

c

Erläutere jeweils mithilfe von Material 2 Abb. 2 qualitativ den Einfluss der folgenden Größen auf den maximal auftretenden Betrag der Induktionsspannung an der Spule:

  1. Schwingungsamplitude der Blattfeder bei gleichbleibender Frequenz

  2. Abstand Formula: dFormula: d zwischen Blattfeder und Spule in der Ruhelage bei gleicher Auslenkung der Blattfeder

3 BE

d

Die beiden Umkehrpunkte der Schwingung werden mit Formula: P_1Formula: P_1 bzw. Formula: P_2Formula: P_2 bezeichnet, wobei Formula: P_1Formula: P_1 der Umkehrpunkt ist, der weiter von der Spule entfernt liegt (vgl. Material 2 Abb. 2). Ordne den Umkehrpunkten Formula: P_1Formula: P_1 und Formula: P_2Formula: P_2 begründet jeweils einen der Messpunkte Formula: A, B, CFormula: A, B, C oder Formula: DFormula: D in Material 2 Abb. 3 zu.

4 BE

Bei einer Gitarre ist die Schwingungsfrequenz indirekt proportional zur Länge des schwingenden Teils der Saite. Mit dem Versuchsaufbau aus Material 2 Abb. 2 soll nun untersucht werden, ob dies auch für die Blattfeder gilt.

e

Ermittle mithilfe von Material 2 Abb. 3 die Frequenz möglichst genau, die sich für Formula: L = 15\;\text{cm}Formula: L = 15\;\text{cm} ergibt. Erläutere das Vorgehen, um einen möglichst genauen Wert zu erhalten.

4 BE

f

Überprüfe mithilfe der Werte aus Material 3 und einer geeigneten grafischen Darstellung, ob auch für die Blattfeder die indirekte Proportionalität zwischen der Frequenz Formula: fFormula: f und der Länge Formula: LFormula: L des schwingenden Teils der Blattfeder gilt. Berücksichtige dabei die angegebenen Messunsicherheiten.

5 BE

g

Erkläre schrittweise und logisch klar gegliedert die Veränderung der Frequenz der Induktionsspannung und des maximal auftretenden Betrages der Induktionsspannung mit zunehmender Länge Formula: LFormula: L des schwingenden Teils der Blattfeder. Gehe dabei von jeweils gleicher Auslenkung zu Beginn der Messung und gleichem Abstand Formula: dFormula: d zwischen Blattfeder und Spule in der Ruhelage aus.

4 BE

2

In einem Internetforum wird behauptet, dass die Amplitude der Induktionsspannung größer wird, wenn der Dauermagnet im Modellversuch nicht am Eisenkern, sondern an der Blattfeder befestigt wird. Damit könne auch auf den Eisenkern verzichtet werden.

Zur Überprüfung dieser Behauptung soll eine Abschätzung des maximalen Betrages der Induktionsspannung Formula: U_\text{max}Formula: U_\text{max} mit einem entsprechend veränderten Modellversuch (siehe Material 4 Abb. 4) vorgenommen werden.

a

Markiere in Material 4 Abb. 5 einen Zeitpunkt, an dem die zeitliche Änderung des Betrags der magnetischen Flussdichte Formula: \dot{B}Formula: \dot{B} ihren maximalen Wert Formula: \dot{B}_{\text{max}}Formula: \dot{B}_{\text{max}} annimmt.

Ermittle an dieser Stelle einen Wert für Formula: \dot{B}_{\text{max}}Formula: \dot{B}_{\text{max}} und damit unter Verwendung des Induktionsgesetzes einen Wert für Formula: U_\text{max}Formula: U_\text{max} für die in Material 4 beschriebene Spule.

8 BE

b

Bei der Durchführung des Experiments aus Material 4 Abb. 4 ergibt sich für Formula: U_\text{max}Formula: U_\text{max} ein Wert von Formula: 0,04\;\text{V},Formula: 0,04\;\text{V}, im Vergleich zu Formula: 0,11\;\text{V}Formula: 0,11\;\text{V} mit dem Versuchsaufbau aus Material 2 Abb. 2. Damit ist die Behauptung aus dem Internetforum widerlegt.

Gib einen Grund für die Abweichung des in Teilaufgabe 2a berechneten Werts vom gemessenen Wert an.

2 BE

c

Beurteile aus Sicht eines Gitarrenspielers anhand eines Arguments, ob die Bauweise analog zu Material 4 Abb. 4 für eine E-Gitarre sinnvoll ist.

2 BE
40 BE

Material 1: Modell für den Tonabnehmer

Das Modell für den Tonabnehmer besteht aus einer Spule mit Eisenkern, der durch einen Permanentmagneten magnetisiert wird (siehe Abb. 1).

Tonabnehmer mit MagnetTonabnehmer mit Magnet

Abb. 1: Basis des Tonabnehmer-Modells

Material 2: Modell für den Tonabnehmer mit schwingender Saite

Die Tonhöhe einer Gitarrensaite wird durch die Länge ihres schwingungsfähigen Teils beeinflusst. Im Modell repräsentiert eine schwingende Blattfeder aus Eisen die Gitarrensaite.

Abb. 2 zeigt, von oben betrachtet, den auf dem Experimentiertisch liegenden Versuchsaufbau. Die Blattfeder schwingt parallel zur Oberfläche des Experimentiertisches, weswegen der Einfluss der Gewichtskraft vernachlässigt werden kann.

Die verschiebbare Halterung gewährleistet, dass sich das Ende der Blattfeder unabhängig von der jeweiligen Länge Formula: LFormula: L des schwingenden Teils der Blattfeder stets genau auf Höhe des Eisenkerns befindet (siehe Abb. 2).

Tonabnehmer mit schwingender SaiteTonabnehmer mit schwingender Saite

Abb. 2

Wird die Blattfeder ausgelenkt, so ergibt sich für Formula: L = 15,0\;\text{cm}Formula: L = 15,0\;\text{cm} der in Abb. 3 dargestellte Verlauf für die Induktionsspannung. Dabei ist Formula: U_\text{max}Formula: U_\text{max} der maximal auftretende Betrag der Spannung.

U(t)-Diagramm mit mehreren Schwingungen von 0 bis 0,6 s, Gitterlinien und markierten Punkten A, B, C, D.U(t)-Diagramm mit mehreren Schwingungen von 0 bis 0,6 s, Gitterlinien und markierten Punkten A, B, C, D.

Abb. 3

Material 3: Frequenz in Abhängigkeit von der Länge

In Messreihen mit weiteren Längen Formula: LFormula: L des schwingenden Teils der Blattfeder sind unter sonst gleichen Bedingungen folgende Frequenzen Formula: fFormula: f mit ihren jeweiligen Unsicherheiten ermittelt worden:

Formula: \boldsymbol{L}Formula: \boldsymbol{L} in cm

Formula: \boldsymbol{f}Formula: \boldsymbol{f} in Hz

Formula: 10,0Formula: 10,0

Formula: 40,4 \pm 4,0Formula: 40,4 \pm 4,0

Formula: 20,0Formula: 20,0

Formula: 10,0 \pm 0,3Formula: 10,0 \pm 0,3

Formula: 25,0Formula: 25,0

Formula: 6,5 \pm 0,1Formula: 6,5 \pm 0,1

Material 4: Schwingender Magnet

Abb. 4 zeigt, von oben betrachtet, den veränderten Versuchsaufbau (Spule: Formula: N = 1000; Formula: N = 1000; Formula:  A = 16\;\text{cm}^2Formula:  A = 16\;\text{cm}^2).

Schwingender MagnetSchwingender Magnet

Abb. 4

Unter der Annahme, dass die Blattfeder Formula: (L = 15,0\;\text{cm})Formula: (L = 15,0\;\text{cm}) mit dem darauf befestigten Magneten harmonisch schwingt, und unter Vernachlässigung von Einflüssen durch die Spule ergibt sich für den Betrag Formula: BFormula: B der magnetischen Flussdichte im Punkt Formula: QFormula: Q (vgl. Abb. 4) ein zeitlicher Verlauf, wie er in Abb. 5 dargestellt ist.

Zeitlicher Verlauf der magnetischen FlussdichteZeitlicher Verlauf der magnetischen Flussdichte

Abb. 5

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