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IV „Wie erkennt man, was recht ist?“

Am 22.September 2011 hielt Papst Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag im Rahmen eines viertägigen Deutschlandbesuchs eine Rede über die Grundlagen des freiheitlichen Rechtsstaates. Mit Appellen zu mehr Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung fordert er die Parlamentarier auf, konsequent für das Wohl der Menschen einzutreten. Die folgenden Zitate sind dieser Rede entnommen.

1

„Von der Überzeugung eines Schöpfergottes her ist die Idee der Menschenrechte, die Idee der Gleichheit aller Menschen vor dem Recht, die Erkenntnis der Unantastbarkeit der Menschenwürde in jedem einzelnen Menschen und das Wissen um die Verantwortung der Menschen für ihr Handeln entwickelt worden.“

1.1

Erkläre ausgehend von dem Zitat an ausgewählten Menschenrechten, wie sich die Unabhängigkeit der Menschenwürde „von der Überzeugung eines Schöpfergottes her“ begründen lässt!

20 BE

1.2

Stelle das Offenbarungsverständnis und Gottesbild des Christentums sowie einer weiteren monotheistischen, abrahamitischen Offenbarungsreligion dar und vergleiche diese!

25 BE

2

„(...) die positivistische Weltsicht als Ganzes ist ein großartiger Teil menschlichen Erkennens und menschlichen Könnens, auf die wir keinesfalls verzichten dürfen. Aber es ist nicht selbst als Ganzes eine dem Menschsein in seiner Weite entsprechende und genügende Kultur. Wo die positivistische Vernunft sich allein als die genügende Kultur ansieht und alle anderen kulturellen Realitäten in den Status der Subkultur verbannt, da verkleinert sie den Menschen, ja sie bedroht seine Menschlichkeit.“

2.1

Erläutere an einem Handlungsfeld nachhaltiger Entwicklung mögliche Bedrohungen der Menschlichkeit im Sinne des biblisch-christlichen Menschenbildes!

20 BE

2.2

Skizziere zwei unterschiedliche Möglichkeiten, sittliches Handeln zu begründen, und zeige Konsequenzen für die Lösung einer konkreten ethischen Entscheidungssituation auf!

25 BE

3

„Wie erkennen wir, was recht ist? Wie können wir zwischen Gut und Böse, zwischen wahrem Recht und Scheinrecht unterscheiden? (...)

In einem Großteil der rechtlich zu regelnden Materien kann die Mehrheit ein genügendes Kriterium sein. Aber dass in den Grundfragen des Rechts, in denen es um die Würde des Menschen und der Menschheit geht, das Mehrheitsprinzip nicht ausreicht, ist offenkundig (...)

Die Frage, wie man das wahrhaft Rechte erkennen und so der Gerechtigkeit in der Gesetzgebung dienen kann, war nie einfach zu beantworten, und sie ist heute in der Fülle unseres Wissens und unseres Könnens noch sehr viel schwieriger geworden.“

Erörtere an einem konkreten Modell Möglichkeiten und Grenzen der Konsensbildung in einer pluralen Gesellschaft und setze dich mit der Rolle der Kirche in diesem Prozess auseinander!

30 BE
120 BE

Quelle: Rede Papst Benedikts XVI. im Deutschen Bundestag am 22. September 2011; abrufbar unter: https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/gastredner/benedict/rede-250244 (zuletzt eingesehen 24.04.2023)

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