Lerninhalte
Inhaltsverzeichnis

Beispielaufgabe 1 – Frieden und Sicherheit als Motive deutscher Außenpolitik und das europäische Projekt

Prüfungsteil A

1

Stelle wesentliche Einflussfaktoren auf die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland im Überblick dar!

14 BE

2

2.1

Ermittle die grundlegenden Zielsetzungen der deutschen Außenpolitik aus der Rede der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock zur Verlängerung des Bundeswehr-Mandats in Mali im Jahr 2022 (M 1)!

2.2

„Ohne ein Mindestmaß an Sicherheit, ohne dieses Mindestmaß an militärischem Schutz wird es eine politische Arbeit gerade auch von der internationalen Gemeinschaft dort kaum weiter geben können.“ (Z. 32-34)

Begründe ausgehend von M 1, dass in der bundesdeutschen Außenpolitik ein umfassender Sicherheitsbegriff umgesetzt werden sollte!

28 BE
3

Auf einer Nachrichtenseite zum Thema „Bundeswehreinsatz in Mali“ findest du in der Kommentarspalte folgende Usermeinung:

„2024 wird die Bundeswehr endlich aus Mali abziehen. Wenn überhaupt, kann dort nur die EU gemeinsam etwas bewegen, z. B. mit einer gemeinsamen europäischen Armee. Die EU hat gezeigt, dass wirtschaftliche Sanktionen und nicht zuletzt die Diplomatie Wege eröffnen, um in der internationalen Politik Einfluss zu nehmen. Die EU vertritt 500 Millionen Menschen, deren Stimme in der Welt gehört werden muss!“

3.1

Analysiere und interpretiere die Infografik M 2!

3.2

Verfasse als Antwort einen Forumsbeitrag, in dem du ausgehend von M 2 beurteilst, inwiefern sich die EU als einflussreicher Akteur in der internationalen Politik positionieren kann!

33 BE

Prüfungsteil B

4

Bearbeite die Ausweitung zu 12/2, 13/1 oder 13/2!

10 BE
100 BE

Ausweitung zum Halbjahr 12/2

Beurteile anhand des Verfassungsschemas der Slowenischen Republik die Umsetzung des Prinzips der Gewaltenteilung!

Verfassungsschema der Republik Slowenien

Diagramm der Gewaltenteilung in Slowenien: Legislative, Exekutive, Judikative mit Staatsversammlung, Staatsrat, Regierung, Präsident und VerfassungsgerichtDiagramm der Gewaltenteilung in Slowenien: Legislative, Exekutive, Judikative mit Staatsversammlung, Staatsrat, Regierung, Präsident und Verfassungsgericht

Eigene Erstellung auf Basis der Verfassung der Republik Slowenien (https://www.verfassungen.eu/sl/verf91-i.htm, heruntergeladen am 13.07.2023).

Ausweitung zum Halbjahr 13/1

Anlässlich des Equal Pay Day1, der 2022 unter dem Motto „Equal Pay 4.0 – gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt“ stand, erstellt dein Kurs eine digitale Pinnwand zum Thema „Gleichberechtigt?! – Männer und Frauen in der modernen Arbeitswelt“. Bei deinen Recherchen stößt du auf die folgende Karikatur.

Beurteile ausgehend von einer Analyse, inwiefern die Karikatur für die digitale Pinnwand geeignet ist!

1 Der Equal Pay Day, der Tag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen, ist ein Aktionstag, der auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen aufmerksam machen will.

Karikatur von Pierre Kroll zur Gleichstellung der Geschlechter

Cartoon: zwei Leitern zu einem hohen Podest mit Bürostuhl, Mann auf einer Leiter, Frau klettert mit Akten, Kinder untenCartoon: zwei Leitern zu einem hohen Podest mit Bürostuhl, Mann auf einer Leiter, Frau klettert mit Akten, Kinder unten

Pierre Kroll: Karikatur zur Gleichstellung von Mann und Frau, Belgien 2011.

Ausweitung zum Halbjahr 13/2

Anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember findet an deiner Schule eine Vortragsreihe zum Thema „Menschenrechte weltweit“ statt. Dir kommt dabei die Aufgabe zu, einen Vortrag zum Thema „Der Internationale Strafgerichtshof und sein Einsatz für die Menschenrechte“ zu halten. Bei deiner Recherche stößt du auf den Bericht über die Ermittlungen gegen den philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte.

Verfasse mit Hilfe des Auszugs aus dem Zeitungsartikel einen Vortragstext, in dem du ausgehend von den Zuständigkeiten des Internationalen Strafgerichtshofs die Bedeutung seiner Tätigkeit beurteilst!

Der Journalist Arne Perras in der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 21. Juli 2021 zu den Ermittlungen gegen den philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte

1
Alle 15 Richter waren sich einig, es gab keine einzige Gegenstimme in der gewichtigen Entschei-
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dung, die der Supreme Court in Manila in dieser Woche bekannt gab. Die wichtigste Botschaft dar-
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aus lautete: Staatschef Rodrigo Duterte und alle anderen, die mutmaßlich in den umstrittenen Anti-
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Drogenkrieg seines Landes verstrickt sind, können sich Ermittlungen der Internationalen Strafjustiz
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nicht entziehen.
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Manila ist, so urteilt das oberste Gericht des Landes, zur Kooperation mit dem Internationalen Straf-
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gerichtshof (ICC) in Den Haag verpflichtet. Das ist ein herber Rückschlag für den 76-Jährigen, des-
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sen sechsjährige Amtszeit 2022 ausläuft, und der bislang darauf setzte, sich den ICC irgendwie vom
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Hals halten zu können.
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Duterte hatte versucht, sich einem drohenden Verfahren dadurch zu entziehen, dass er den Austritt
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seines Landes betrieb. Er setzte schließlich durch, dass die Philippinen den ICC zum 18. März 2019
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verließen. Der Präsident sprach zu jener Zeit von „unverschämten Angriffen“ auf seine Person. Aber
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wenn er damals hoffte, dass sich die Angelegenheit dadurch erledigen würde, irrte er; das wurde
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ihm jetzt höchstrichterlich auf 101 Seiten bescheinigt: der ICC behält die Zuständigkeit für alle mut-
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maßlichen Verbrechen, die von staatlichen Akteuren bis zum 17. März 2019 begangen worden sind.
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Begonnen hatte der sogenannte Anti-Drogen-Krieg nach Dutertes Sieg 2016. Der frühere Bürger-
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meister von Davao1 hatte mit dem Versprechen, Drogendealer und Süchtige gnadenlos zu verfolgen,
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seinen Wahlkampf befeuert. Diese militante Linie stieß bei vielen Philippinern auf Zuspruch. Exper-
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ten halten den Kurs für ungeeignet, weil er die Drogenmisere nicht an den Wurzeln angeht und zu
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schweren Menschenrechtsverletzungen führt.
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Die Entscheidung der philippinischen Richter zum ICC war bereits Ende März gefallen, wurde aber
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erst am Mittwoch in vollem Umfang öffentlich gemacht. Sie gibt Opferverbänden und Menschen-
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rechtlern Auftrieb, Täter und Drahtzieher der Menschenjagden doch noch zur Rechenschaft zu zie-
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hen und die Straflosigkeit zu durchbrechen. „Dies wird Duterte von nun an wach halten“, erklärte der
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frühere Senator Antonio Trillianes nach dem Richterspruch, ein bekannter Gegner Dutertes.
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Einen wichtigen Schritt zur juristischen Aufarbeitung hatte noch die scheidende Chefanklägerin in
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Den Haag, Fatou Bensouda, unternommen, indem sie im Juni formelle Ermittlungen beim ICC in
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Auftrag gab. Bis heute ist unklar, wie viele Opfer der Anti-Drogen-Krieg gekostet hat. Die Regierung
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nannte eine Zahl von 5526 „Drogenpersonen“ bis Juni 2019, der Polizeichef zählte zu diesem Zeit-
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punkt schon tausend Menschen mehr. Die philippinische Menschenrechtskommission schätzte
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schon 2018, dass die Zahl der Opfer durch Polizeirazzien und Jagden der Todesschwadronen bei
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27 000 liegen könnte. Und das Töten hat immer noch nicht aufgehört.

1 Davao ist eine Stadt auf der philippinischen Insel Mindanao.

Arne Perras: Warum Duerte die Justiz weiter fürchten muss, in: Süddeutsche Zeitung Onlineausgabe vom 23.7.2022 (https://www.sueddeutsche.de/politik/icc-rodrigo-duterte-drogenkrieg-menschenjagden-internationale-justiz-1.5361584, heruntergeladen am 02.07.2023).

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