Beispielaufgabe 3 – Modernisierungsprozesse und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Politik
Prüfungsteil A
Stelle die wesentlichen zeitgenössischen Familienformen in Form eines Schaubilds dar!
Arbeite ausgehend von einer Erläuterung des Gender Time Gap die in dem Artikel M 1 von Tina Groll dargestellten Ursachen für die Ungleichheit von Männern und Frauen in der Arbeitswelt heraus!
Sandra Hofmann, Ökonomin eines Wirtschaftsforschungsinstituts, stellt fest, „dass die Macht zwischen Männern und Frauen asymmetrisch verteilt ist“ (Z. 40-41).
Entwickle ausgehend von deinen Ergebnissen aus 2.1 zwei staatliche Maßnahmen zur Verringerung der Auswirkungen des Gender Time Gap!
Im Rahmen der Berufsorientierung in der Profil- und Leistungsstufe findet an deinem Gymnasium ein Informationsabend statt. Als Mitglied des Organisationsteams sollst du in einem einführenden Redebeitrag Veränderungen in der Berufswelt durch die Digitalisierung thematisieren. Als Einstieg wählst du die Karikatur M 2.
Verfasse diesen Redebeitrag, in dem du ausgehend von einer Analyse der Karikatur M 2 und mit Hilfe der Informationen aus dem Text M 3 Chancen und Herausforderungen durch „Industrie 4.0“ beurteilst!
Prüfungsteil B
Bearbeite die Halbjahresaufgabe zu 12/1, 12/2 oder 13/2!
Ausweitung zum Halbjahr 12/1
Nimm ausgehend vom Format „Zeitenwende on tour“ kritisch Stellung zur Bedeutung der Politikvermittlung vor dem Hintergrund der Motive und Einflussfaktoren bundesdeutscher Außenpolitik!
Auf der Homepage der Münchner Sicherheitskonferenz findet sich folgender Beitrag (2022):
Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz GmbH: Zeitenwende on tour (https://securityconference.org/zeitenwende/, heruntergeladen am 13.07.2023).
Ausweitung zum Halbjahr 12/2
Beurteile anhand des Verfassungsschemas der Slowenischen Republik die Umsetzung des Prinzips der Gewaltenteilung!
Verfassungsschema der Republik Slowenien

Eigene Erstellung auf Basis der Verfassung der Republik Slowenien (https://www.verfassungen.eu/sl/verf91-i.htm, heruntergeladen am 13.07.2023).
Ausweitung zum Halbjahr 13/2
Anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember findet an deiner Schule eine Vortragsreihe zum Thema „Menschenrechte weltweit“ statt. Dir kommt dabei die Aufgabe zu, einen Vortrag zum Thema „Der Internationale Strafgerichtshof und sein Einsatz für die Menschenrechte“ zu halten. Bei deiner Recherche stößt du auf den Bericht über die Ermittlungen gegen den philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte.
Verfasse mit Hilfe des Auszugs aus dem Zeitungsartikel einen Vortragstext, in dem du ausgehend von den Zuständigkeiten des Internationalen Strafgerichtshofs die Bedeutung seiner Tätigkeit beurteilst!
Der Journalist Arne Perras in der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 21. Juli 2021 zu den Ermittlungen gegen den philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte
1 Davao ist eine Stadt auf der philippinischen Insel Mindanao.
Arne Perras: Warum Duerte die Justiz weiter fürchten muss, in: Süddeutsche Zeitung Onlineausgabe vom 23.7.2022 (https://www.sueddeutsche.de/politik/icc-rodrigo-duterte-drogenkrieg-menschenjagden-internationale-justiz-1.5361584, heruntergeladen am 02.07.2023).
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Material 1: Die Journalistin Tina Groll analysiert am 1. März 2022 in der Wochenzeitung DIE ZEIT Ursachen und Folgen der finanziellen Ungleichheiten der Geschlechter in der Arbeitswelt
Tina Groll: Es ist nicht nur das bisschen Haushalt, Beitrag in der Onlineausgabe der ZEIT vom 1. März 2022 (https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-02/gleichstellung-frau-mann-gender-pay-gap-care-gap-gleichberechtigung, heruntergeladen am 13.07.2023).
Material 2: Karikatur von Thomas Plaßmann aus dem Jahr 2018

Thomas Plaßmann: Industrie 4.0 … human gestalten, Bildnummer 8603 aus dem Jahr 2016.
Material 3: Informationstext „Was ist Industrie 4.0?“ der Plattform Industrie 4.0 der Bundesministerien für Wirtschaft und Klimaschutz sowie für Bildung und Forschung:
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Plattform Industrie 4.0. Was ist Industrie 4.0? (https://www.plattform-i40.de/IP/Navigation/DE/Industrie40/WasIndustrie40/was-ist-industrie-40.html, heruntergeladen am 13.07.2023).
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Darstellung der wesentlichen zeitgenössischen Familienformen in Form eines Schaubilds, z. B.:

Weitere Familienformen können ergänzend aufgegriffen werden, etwa Mehrgenerationenfamilie, Pflegefamilien, Wochenendfamilien, multilokal lebende Familie. Dabei müssen grafische Elemente angemessen Verwendung finden.
Erläuterung des Gender Time Gap:
Lücke zwischen den Geschlechtern hinsichtlich des Zeitaufwands für die Berufsausübung und in der Folge deutliche Ungleichheit in der Einkommensverteilung (Zeitaufwand für Beruf bei Frauen durchschnittlich 7,6 Stunden pro Woche weniger als bei Männern).
Erläuterung der in M 1 dargestellten Ursachen des Gender Time Gap:
-
erheblich größerer Zeitaufwand (ca. 30 Stunden pro Woche) der Frauen für unbezahlte Haus- und Fürsorgearbeit;
-
deutlich höherer Anteil an Teilzeitarbeit bei Frauen (ca. 50 Prozent gegenüber zwölf Prozent bei Männern);
-
strukturelle Unvereinbarkeit von Familie und Beruf wegen fehlender oder kostenintensiver Betreuungsangebote;
-
Reduzierung der Erwerbsarbeit zur Schließung von Care- und Betreuungslücken aufgrund
-
von durchschnittlich geringerem Einkommen von Frauen im Beruf (Gender Pay Gap),
-
einer häufigeren Entscheidung für geringer entlohnte Berufe bei Frauen,
-
der Festschreibung klassischer Rollenmuster bei der Partnerwahl (v. a. in heterosexuellen Paarbeziehungen).
-
Entwickeln von zwei staatlichen Maßnahmen zur Verringerung der Auswirkungen des Gender Time Gap, z. B.:
-
ökonomischer Anreiz für eine partnerschaftliche Aufteilung der Care-Arbeit durch Ermutigung von Frauen zur Wahl höher dotierter Berufe, etwa durch Initiativen wie den Girl’s Day;
-
Knüpfung staatlicher Fördermaßnahmen für Familien an gleichberechtigte Aufteilung der Erziehungsarbeit, z. B. durch Ausweitung der verpflichtenden Vätermonate in der Elternzeit;
-
Ausbau sowie staatliche Subventionierung von Betreuungsangeboten als Chance für erweiterte Berufsausübung von Frauen zur Entlastung bei der Care-Arbeit;
-
Stärkung von Initiativen zur Unterstützung familienfreundlicher Unternehmenskultur, etwa für frühere und umfangreichere Rückkehr in den Beruf;
-
staatliche Förderung des Abbaus von Geschlechterstereotypen als Chance für eine gleichberechtigte Partnerschaft, etwa durch Berücksichtigung entsprechender Themenfelder in den Lehrplänen.
Verfassen eines Redebeitrags mit Beurteilung von Chancen und Herausforderungen durch „Industrie 4.0“ ausgehend von einer Analyse der Karikatur M 2 und mit Hilfe der Informationen aus dem Text M 3:
Analyse der Karikatur M 2:
-
im Vordergrund ein einzelner, frustriert wirkender Arbeiter bei der Erledigung sich immer wiederholender, einfacher Fertigungsschritte;
-
Kontaktaufnahme eines Roboters über seinen Bildschirm mit dem Arbeiter durch die Anrede „Kollege“ und die Frage nach dessen Wochenende;
-
automatisierte Fabrikanlage mit drei Fließbändern und einer größeren Anzahl von Industrierobotern, bestehend aus je einem überdimensionalen mechanischen Greifarm als Hinweis auf den Arbeitsalltag in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts;
-
Ironisierung des Bestrebens einer „humanen“ Gestaltung menschlicher Arbeitsplätze angesichts von Automatisierung und Digitalisierung durch „Industrie 4.0“ (Titel).
Beurteilung der Herausforderungen und Chancen mit Hilfe der Informationen aus dem Text M 3:
Herausforderungen durch die sogenannte „Industrie 4.0“, z. B.:
-
Verdrängung menschlicher Arbeitskraft durch Roboter sowie KI und damit Wegfall von Arbeitsplätzen (vgl. M 2);
-
Entfremdung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im industriellen Sektor bei gleichzeitiger sozialer Vereinsamung (vgl. M 2);
-
zunehmende Abhängigkeit der Arbeitsprozesse von KI;
-
Zwang zur ständigen Weiterbildung und Prozessoptimierung;
-
Datenschutz im Hinblick auf Konsumentinnen und Konsumenten;
-
technische Möglichkeiten zur Kontrolle der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer;
-
begrenzte Kontrollmöglichkeiten im Hinblick auf die auf Algorithmen basierenden Entscheidungen der KI;
-
mentaler Stress durch die Auswertung immer größerer Datenmengen und der daraus folgenden beschleunigten Optimierung und Rationalisierung von Produktionsabläufen (vgl. M 3).
Chancen durch die sogenannte „Industrie 4.0“, z. B.:
-
Entlastung von eher simplen, wenig kreativen Tätigkeiten zugunsten einer anspruchsvollen, als sinnvoll erlebten Beschäftigung, etwa hinsichtlich verstärkter Kundenorientierung (vgl. M 3);
-
Innovation durch KI, z. B. im Bereich Kommunikation oder Logistik (vgl. M 3);
-
Entstehung neuer, hoch qualifizierter Arbeitsplätze im Bereich der industriebasierten Dienstleistungen;
-
Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch (Wieder-) Ansiedlung neuer Industrien aufgrund des Wegfalls des Standortvorteils bei der Produktion in Niedriglohnländern;
-
ressourcenschonende und effiziente Produktionsmöglichkeiten (vgl. M 3);
-
bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Möglichkeit zur standort- und zeitungebundenen Entwicklung und Wartung smarter Produkte („Vernetzung“) (vgl. M 3).
Prüfungsteil B Ausweitung zum Halbjahr 12/1
Kritische Stellungnahme zur Bedeutung der Politikvermittlung ausgehend von wesentlichen Motiven und Einflussfaktoren der bundesdeutschen Außenpolitik, z. B.:
-
einerseits Möglichkeit der Information und Aufklärung der Bevölkerung in einer Demokratie durch Politikvermittlung, z. B. zur Förderung der gesellschaftlichen Debatte mit unterschiedlichen Positionen;
-
Beeinflussung der durch Medien geprägten öffentlichen Meinung in Deutschland und der Welt durch ein niedrigschwelliges, faktenbasiertes und interaktives Angebot für ein breites Publikum;
-
Diskussion über Gestaltungsspielräume in der bundesdeutschen Außenpolitik, etwa im Rahmen der Vorgaben des Grundgesetzes;
-
Unterstreichung der besonderen Verantwortung angesichts der deutschen Vergangenheit durch Vorträge von Expertinnen und Experten;
-
Förderung des Verständnisses für Positionen der Nachbarländer bzw. Bündnispartner.
-
andererseits geringer Einfluss der Öffentlichkeit auf Konflikte und Machtverteilung im internationalen System;
-
grundsätzliche Notwendigkeit der Berücksichtigung wirtschaftlicher Beziehungen zu anderen Ländern, etwa auch im Hinblick auf die Sicherung von Ressourcen;
-
prinzipielle Verpflichtung durch Mitgliedschaft in internationalen Organisationen, z. B. NATO, UNO oder EU;
-
geringe Beeinflussbarkeit der außenpolitischen Agenda der Nachbarländer bzw. Bündnispartner;
-
Begrenztheit finanzieller und materieller Ressourcen bundesdeutschen Außen- und Sicherheitspolitik;
-
punktuelle Verbreitung mit begrenzter Reichweite.
Ausgehend von den Einflussfaktoren und Motiven der bundesdeutschen Außenpolitik gelangen die Schülerinnen und Schüler zu einer differenzierten Stellungnahme, die individuelle Schwerpunktsetzungen vornimmt. Dabei muss das Format „Zeitenwende on tour“ als Beispiel für Politikvermittlung angemessen berücksichtigt werden.
Prüfungsteil B Ausweitung zum Halbjahr 12/2
Beurteilen der Umsetzung des Prinzips der Gewaltenteilung anhand des Verfassungsschemas Sloweniens, z. B.:
-
grundsätzliches Vorhandensein der horizontalen Gewaltenteilung durch eigene Institutionen, z. B. Verfassungsgericht in der Judikative;
-
Umsetzung der horizontalen Gewaltenteilung durch eigenständige Wahlen zur Staatsversammlung und zur Staatspräsidentin bzw. Staatspräsidenten;
-
Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen als Ausdruck der gegenseitigen Kontrolle von Judikative und Legislative im Sinne der Gewaltenteilung;
-
Gewaltenverschränkung durch:
-
Wahl der Richterinnen und Richter des Verfassungsgerichts durch die Staatsversammlung nach Vorschlag der Kandidatinnen und Kandidaten durch die Staatspräsidentin bzw. den Staatspräsidenten,
-
Beteiligung der Exekutive an der Gesetzgebung durch das Initiativrecht der Regierung,
-
gegenseitige Abhängigkeit der Regierung und der Staatsversammlung durch Wahl, Misstrauensvotum und Vertrauensfrage;
-
-
Elemente einer vertikalen Gewaltenteilung durch Gesetzesantrag und suspensives Vetorecht des Staatsrats mit Vertreterinnen und Vertretern der Regionen;
-
temporale Gewaltenteilung durch Beschränkung der Amtszeiten, etwa auf 5 Jahre mit einmaliger Wiederwahl bei der Staatspräsidentin bzw. dem Staatspräsidenten.
Prüfungsteil B Ausweitung zum Halbjahr 13/2
Verfassen eines Vortragstextes mit Hilfe des Auszugs aus dem Zeitungstext mit Beurteilung der Bedeutung der Tätigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs ausgehend von seinen Zuständigkeiten, z. B.:
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Ermittlungen zu Menschenrechtsverletzungen unter Präsident Duterte während seiner Zugehörigkeit zum Internationalen Strafgerichtshof trotz nachträglichen Austritts der Philippinen aus dem Internationalen Strafgerichtshof (vgl. Text);
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Stärkung und Unterstützung der Position und Arbeit von Menschenrechtsorganisationen und Opferverbänden durch strafrechtliche Verfolgung und Konsequenzen (vgl. Text);
-
starkes Signal für die Verurteilung von schweren internationalen Verbrechen, wie Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf den Philippinen, durch die internationale Gemeinschaft (vgl. Text);
-
Verfolgung internationaler Verbrechen, wie dem Verüben eines Angriffskrieges, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord und Kriegsverbrechen, in den den Internationalen Strafgerichtshof unterstützenden Staaten;
-
Subsidiarität im Hinblick auf nationale Strafverfolgungsbehörden und Tätigwerden nur auf Antrag eines Vertragsstaates oder des UN-Sicherheitsrats;
-
zentrale Bedeutung für Verhütung, Ermittlung und gerichtliche Verfolgung schwerer internationaler Verbrechen auch mit zeitlichem Abstand zu den Straftaten;
-
Einschränkung der Tätigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs durch fehlende Kooperation einiger Staaten, wie etwa USA oder Russland;
-
rein justizielles Instrument ohne Mandat zur unmittelbaren Beendigung der Verbrechen.