II VWL
Soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Stabilität sind wichtige Aspekte für ein zukunftsfähiges Deutschland, auf die auch Wirtschaft und Politik gezielt eingehen müssen.
Analysiere die Zielerreichung der in M 1 dargestellten volkswirtschaftlichen Ziele!
Beurteile unter Einbeziehung von M 1, ob der Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie (M 2) aus Sicht der Tarifbeschäftigten zufriedenstellend ist!
Nimm Stellung zum Konzept des „Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE)“ nach Prof. Dr. Straubhaar vor dem Hintergrund von sozialer Gerechtigkeit und ökonomischer Anreizsysteme (M 3)!
Der fortschreitende Klimawandel betrifft immer mehr Bereiche des alltäglichen Lebens und zunehmend auch die Wirtschaft. Aus diesem Grund ist ein aktiver Klimaschutz ein wichtiges Anliegen der Politik.
Stütze die Aussage des Autors, dass „Wachstumspolitik (…) ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Klimapolitik“ (M 4, Z. 25 f.) sein kann!
Zeige auch unter Einbezug von M 4 auf, dass der globale Klimawandel mit Risiken für den deutschen Außenhandel einhergehen könnte!
Begründe anhand spieltheoretischer Modelle und unter Einbezug von M 4, dass Klimaneutralität nur mit „klare[n] klimapolitische[n] Rahmenbedingungen“ (M 4, Z. 23 f.) zu erreichen ist!
Die anhaltend hohe Inflation belastet nicht nur das Erreichen grundlegender volkswirtschaftlicher Zielsetzungen. Sie stellt auch die Geldpolitik vor neue Herausforderungen.
Zeige auf, wie die EZB idealtypisch „mit entschlossenem Handeln (…) eine Fortdauer dieser hohen Inflation bremsen“ (M 5, Z. 24 f.) könnte!
Diskutiere anhand von M 5, M 1 und M 2 Issings Forderung, dass die EZB nun entschlossener handeln müsse (M 5, Z. 24 f.)!
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?M 1: Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gemäß Herbstprojektion der Bundesregierung 2022
|
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent, soweit nicht anders angegeben |
2021 |
Projektion für 2022 |
Projektion für 2023 |
Projektion für 2024 |
|
BIP (preisbereinigt) |
2,6 |
1,4 |
-0,4 |
2,3 |
|
Verbraucherpreisindex |
3,1 |
8,0 |
7,0 |
2,4 |
|
Arbeitslosenquote |
5,7 |
5,2 |
5,4 |
5,2 |
|
Volkseinkommen (Inländer) |
6,7 |
5,5 |
5,1 |
4,0 |
|
Arbeitnehmerentgelte (Inländer) |
3,5 |
5,5 |
5,3 |
4,9 |
|
Unternehmens- und Vermögenseinkommen (Inländer) |
15,0 |
5,3 |
4,8 |
2,1 |
Quelle: https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/Projektionen-der-Bundesregierung/projektionen-der-bundesregierung-herbst-2022.html, lizensiert unter CC BY-ND 3.0 DE, aufgerufen am 13.12.2022, bearbeitet
M 2:
Quelle: https://www.igmetall.de/tarif/tarifrunden/metall-und-elektro/abschluss-ergebnis-erklaert-metall-tarifrunde-2022, aufgerufen am 13.12.2022, bearbeitet
M 3: Das BGE-Modell von Prof. Dr. Thomas Straubhaar
Quellen: https://www.bpb.de/themen/arbeit/arbeitsmarktpolitik/316914/das-bedingungslose-grundeinkommen/#node-content-title-1, lizensiert unter CC BY-SA 4.0, https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-920980, aufgerufen am 14.12.2022, bearbeitet
M 4:
Quelle: https://www.wiwo.de/politik/deutschland/standort-deutschland-kein-klimaschutz-ohne-wirtschaftswachstum/27001704.html, aufgerufen am 14.12.2022, bearbeitet
M 5:
Quelle: https://www.focus.de/finanzen/boerse/euro-architekt-issing-die-notenbank-hat-die-lage-nicht-mehr-unter-kontrolle_id_179273251.html, aufgerufen am 14.12.2022, bearbeitet
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Analysieren, z. B.:
|
Ziel |
Grad der Zielerreichung (M1) |
|
angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum |
Die Wirtschaft soll stetig, d. h. ohne große konjunkturelle Schwankungen wachsen. Die Zuwachsraten der realen Wirtschaftsleistung bewegen sich aber zwischen -0,4 % und 2,6 %. Ein Wirtschaftswachstum von 2-3 % erscheint in Deutschland als angemessen. Die deutsche Volkswirtschaft wächst 2022 nur noch um 1,4 % und schrumpft laut Projektion 2023 um 0,4 %. Für 2024 wird ein Anstieg des realen BIPs um 2,3 % erwartet.
|
|
Preisniveaustabilität |
Ein symmetrisches mittelfristiges Inflationsziel von 2 % wird angestrebt. Die Verbraucherpreise liegen von 2021 bis (laut Projektion) 2024 kontinuierlich über dem Inflationsziel. Die Bundesregierung prognostiziert eine Inflationsrate von 8,0 % im Jahr 2022 und 7,0 % im Jahr 2023. Für das Jahr 2024 wird mit einer Inflationsrate von 2,4 % eine Annäherung an das mittelfristige Inflationsziel von 2 % erwartet.
|
|
hoher Beschäftigungsstand |
Angestrebt wird Vollbeschäftigung mit einer Arbeitslosenquote von ca. 2 %. Die Arbeitslosenquote liegt im Untersuchungszeitraum zwischen 5,2 und 5,7 %.
|
|
gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung |
Eine hohe Lohnquote kann ein Indikator für eine geringe Schere zwischen Arm und Reich sein. 2021 haben Bezieher von Unternehmens- und Vermögenseinkommen im Vergleich zu den Lohnbeziehern überproportional vom Anstieg des Volkseinkommens profitiert. Dieser Effekt scheint sich ab 2022 tendenziell umzudrehen, was auf eine steigende Lohnquote hindeuten könnte.
|
Beurteilen, z. B.:
Der Tarifabschluss Metall und Elektro 2022 sieht für 2023 und 2024 die Zahlung einer Inflationsausgleichsprämie als Einmalzahlungen in Höhe von je 1500 Euro netto vor sowie eine Lohnerhöhung um 5,2 % in 2023 und 3,3 % in 2024.
Die Tarifbeschäftigten sind im Sinne einer offensiven Lohnpolitik bestrebt, zumindest einen Inflationsausgleich und damit die Sicherung ihrer Realeinkommen zu erreichen. Die gewährten Einmalzahlungen können den bisherigen inflationsbedingten Kaufkraftverlust (3,1 % im Jahr 2021 und 8 % im Jahr 2022) für mittlere und höhere Einkommen wohl kaum ausgleichen und sind zudem nicht geeignet, die dauerhaft höheren Lebenshaltungskosten auszugleichen. Darüber hinaus ist die Lohnerhöhung von 5,2 % in 2023 nicht ausreichend, um die erwartete Inflation von 7 % zu kompensieren, was, sofern die Inflationserwartung eintritt, zu einem realen Kaufkraftverlust führen würde. Erweist sich die prognostizierte Inflationsrate von 2,4 % im Jahr 2024 als richtig, so würde zumindest 2024 die Lohnerhöhung von 3,3 % den inflationsbedingten Kaufkraftverlust etwas überkompensieren.
Darüber hinaus möchten die Arbeitnehmer am Zuwachs der Arbeitsproduktivität teilhaben. Aufgrund des nur mäßigen prognostizierten Wirtschaftswachstums bis 2024 ist kein großer Anstieg der Arbeitsproduktivität zu erwarten. Zudem ist zu berücksichtigen, dass es auch im Interesse der Arbeitnehmer ist, durch den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen die Sicherung von Arbeitsplätzen zu gewährleisten und dies ebenso Einfluss auf das Ergebnis von Tarifverhandlungen hat.
Der prozentuale Anteil des Arbeitsnehmerentgelts am Volkseinkommen, d. h. die Lohnquote, soll aus Arbeitnehmersicht möglichst hoch sein. Ob sich der von der Bundesregierung erwartete leichte Anstieg der Lohnquote 2023 und 2024 in dem vorliegenden Tarifabschluss widerspiegelt, kann nicht eindeutig beurteilt werden.
Stellung nehmen, z. B.:
|
Pro |
Contra |
|
soziale Gerechtigkeit |
|
|
- Sicherung des Existenzminimums für alle Bürger entsprechend dem Grundsatz der Bedarfsgerechtigkeit |
- Vergabe eines Bedingungslosen Grundeinkommens an alle Bürger, ungeachtet der persönlichen Bedürftigkeit und Leistungsfähigkeit |
|
- Möglichkeit der Selbstverwirklichung |
- keine Beeinflussung der Leistungen aus Arbeitslosen- und Rentenversicherung durch eigene Leistung/ Beitragszahlung |
|
- gleich(mäßigere) Chancen auf z. B. Weiterbildung |
- Weitere individuell abgestimmte staatliche Leistungen für Benachteiligte entfallen. |
|
- gleicher Durchschnittssteuersatz ohne Progression entsprechend den Grundsätzen der Leistungsgerechtigkeit; gleiche Versorgung im Krankheitsfall durch Versicherungsgutscheine |
|
|
ökonomische Anreizsysteme |
|
|
- Stärkung der intrinsischen Motivation der Bürger zur Arbeit durch Entkoppelung des Einkommens von der Erwerbsarbeit |
- Gefahr von Moral Hazard durch Reduktion des materiellen Anreizes zur Arbeit |
|
- Dadurch ergeben sich u. U. mehr Freiräume für Ideen, Weiterentwicklung, Innovation, Wachstumspotenziale. |
- dadurch u. U. Steigerung der freiwilligen Arbeitslosigkeit, Verschärfung des Fachkräftemangels und Dämpfung der konjunkturellen Entwicklung Deutschlands |
Aussage stützen, z. B.:
Unter Wachstumspolitik versteht man alle staatlichen Maßnahmen, die das Ziel eines stetigen und angemessenen Wirtschaftswachstums fördern. Nachhaltige Klimapolitik erfordert Investitionen der Unternehmen in langfristig profitable Technologien sowie in Forschung und Entwicklung.
Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum geht bei vielen Unternehmen mit Unternehmenserfolg, längerfristig verfügbarem Kapital und Planungssicherheit einher. Damit steigt bei Unternehmen auch die Bereitschaft, Investitionen „in langfristig profitable Technologien“, wie z. B. in Klimaschutzmaßnahmen zu tätigen.
In Krisenzeiten hingegen tendieren Unternehmen eher dazu, kurzfristig den Unternehmenserfolg zu sichern und langfristige, kostenintensive Investitionen (z. B. in Klimaschutz) zu verschieben.
Die Krisen der vergangenen Jahre „haben gelehrt, dass aktuelles Wachstum und damit volle Auftragsbücher als Treiber für Investitionen [wichtig] sind“ (M 4, Z. 21 f.). Wachstumspolitik ist daher ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Klimapolitik, denn „(n)ur wenn das Auto rollt, kann man es steuern“ (M 4, Z. 25).
Aufzeigen, z. B.
Der globale Klimawandel kann Unsicherheiten in der länderübergreifenden Zusammenarbeit mit Handelspartnern vergrößern. Insbesondere ein veränderter Zugang zu Ressourcen, unterbrochene Lieferketten und ein verändertes Nachfrageverhalten können (sowohl beim Import als auch beim Export) zum unternehmerischen Risiko höherer Kosten, größerer Absatzschwierigkeiten und geringerer Planungssicherheit bei international agierenden Unternehmen führen. Beispielsweise ist nicht vorhersehbar, welche Teile der Wertschöpfungskette auch weiterhin am Produktionsstandort Deutschland bleiben und welche ins Ausland verlagert werden (vgl. M 4, Z. 7 f.).
Bestehen die beschriebenen Unsicherheiten längerfristig, erhöht dies das Risiko, dass Unternehmen ihre Produktion ganz oder teilweise ins Ausland verlagern, auch um heimische Umweltauflagen zu umgehen. Aus Unternehmenssicht fehlt es „kurzfristig an positiven ökonomischen Investitionsanreizen“ (M 4, Z. 16 f.) für Investitionen in klimaschonende Produktion, die aber von der Politik als Konsequenz des Klimawandels gefordert werden. Wirken sich Umweltauflagen durch höhere Preise aus, so sinkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Damit würde der deutsche Außenhandel geschwächt.
Gesamtwirtschaftlich können klimabedingte Unsicherheiten dazu führen, dass protektionistische Maßnahmen ergriffen werden oder Handelsbeziehungen umstrukturiert werden. Dies kann zu höheren Kosten bzw. Preisen führen und somit die Konkurrenzfähigkeit im- und exportorientierter Unternehmen und damit den deutschen Außenhandel schwächen.
Begründen, z. B.:
|
Marktsituation ohne staatlichen Eingriff |
|
|
spieltheoretisches Modell |
Verhalten der Unternehmen |
|
Im spieltheoretischen Gefangenendilemma führt das individuell rationale Verhalten des einzelnen Wirtschaftssubjekts zu einem für die Gruppe nicht gesellschaftlich optimalen Ergebnis, das durch Kooperation aller Wirtschaftssubjekte erreicht werden könnte. Würde der Einzelne darauf vertrauen können, dass die anderen Akteure auch das gesellschaftliche Optimum anstreben, würde er eine andere Entscheidung treffen. Um im Rahmen einer Entscheidungssituation zu einer Lösung zu gelangen, verfolgt jeder Akteur eine bestimmte Strategie. Im Nash-Gleichgewicht ist es keinem Akteur möglich, sich durch Abweichen von seiner Strategie besser zu stellen. Ein Pareto-Optimum besteht, wenn es nicht möglich ist, die Wohlfahrt eines Akteurs zu erhöhen, ohne gleichzeitig die eines anderen zu verringern. In einem Gefangenendilemma muss das Nash-Gleichgewicht nicht dem Pareto-Optimum entsprechen. |
Ein „treibhausgasneutrales Deutschland“ (M 4, Z. 2) ist für alle Unternehmen erstrebenswert. Langfristig entwickeln sich „Vorteile einer klimaneutralen Produktion für alle“ Unternehmen (M 4, Z. 15 f.). Zudem entstehen „profitable Geschäftsmodelle“ (M 4, Z. 12). Eine Kooperation würde also Sinn ergeben. Kurzfristig lohnt sich aber die Nicht-Kooperation, weil es an „positiven ökonomischen Investitionsanreizen“ (M 4, Z. 16 f.) fehlt und Umwelttechnologien „erst einmal hohe Kosten“ verursachen (M 4, Z. 13). Als Folge kann die Konkurrenz günstiger produzieren und sich besser am Markt positionieren, es sei denn, die Käufer honorieren das umweltfreundliche Verhalten und passen ihre Kaufentscheidungen entsprechend an. Aus ökonomischen Gesichtspunkten kann es für das einzelne Unternehmen sinnvoll sein, als „Trittbrettfahrer“ aufzutreten und ohne eigene Investitionen in den Umweltschutz von den Anstrengungen der anderen Unternehmen zu profitieren. Es wird kein Pareto-Optimum, also keine optimale Ressourcenverteilung bzgl. des Klimaschutzes erzielt: „Auch wenn die Vorteile einer klimaneutralen Produktion für alle erkennbar sind, fehlt es kurzfristig (...) an positiven ökonomischen Investitionsanreizen“ (M 4, Z. 16 f.) |
Aufzeigen, z.B.:
Durch eine Erhöhung des Leitzinses (M 5, Z. 2) erhöht sich über den Transmissionsmechanismus idealtypisch das Zinsniveau am Geldmarkt und damit die Refinanzierungskosten der Geschäftsbanken. Folglich verteuert sich die Kreditaufnahme für private Haushalte und kreditfinanzierte Investitionen der Unternehmen gehen zurück. Gleichzeitig wird Sparen für die privaten Haushalte attraktiver und die Konsumausgaben werden geringer. In der Folge gehen idealtypisch die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und das Wirtschaftswachstum zurück. Damit wird einer Inflation entgegengewirkt.
Diskutieren, z. B.:
|
Pro |
Contra |
|
- Die Inflation ist enorm hoch (M 1: Steigerung des VPI deutlich über das symmetrisch mittelfristige Ziel von 2 %, z. B. 2023 +7 %), die Produzentenpreise sind in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 45,8 Prozent gestiegen (M 5, Z. 18). Um ihr vorrangiges Ziel der Preisniveaustabilität wieder zu erreichen, muss die EZB noch entschlossener eingreifen. - Die gemessene Inflationsrate ist außerdem noch zu niedrig, da sie verzerrende Maßnahmen des Staates nicht berücksichtigt (M 5, Z. 20 ff.). - Die extrem expansive Geldpolitik war in Zeiten einer stabilen Wirtschaft bereits seit Längerem nicht mehr zu rechtfertigen, da sie den Spielraum der Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen einschränkte (M 5, Z. 12 ff.). - Die Inflationserwartungen steigen. Das kann zu einer weiteren Erhöhung der Inflation führen (M 5, Z. 26 ff.). - Es besteht die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale durch hohe Tarifabschlüsse, z. B. in der Metall- und Elektroindustrie (M 2). Gemäß der Einschätzung der Bundesregierung steigen die Arbeitnehmerentgelte voraussichtlich um rund 5 % (M 1) pro Jahr, was neben einer steigenden Erwerbstätigkeit auch auf Lohnerhöhungen zurückzuführen sein könnte. - Die EZB wird durch die Angst vor politischen Verwerfungen zwischen den heterogenen Ländern des Euroraums in ihrer Geldpolitik gehemmt. Sie zeigt sich zu zögerlich zugunsten hochverschuldeter Staaten (M 5, Z. 33 ff.). |
- Die EZB verfolgt bereits ihr Mandat der vorrangigen Preisniveaustabilität, indem sie nun in Zeiten hoher Inflation die Zinsen anhebt und die Anleihenkäufe beendet hat. - Die Maßnahmen wirken i. d. R. zeitverzögert. Die EZB muss die Wirkung ihrer Maßnahmen erst abwarten. Zu schnelles Handeln könnte zu einer kontraproduktiven Überdosierung von Maßnahmen führen. - Sie verfolgt auch ihr nachrangiges Ziel, indem sie die Zinsen in Zeiten einer drohenden Rezession gemäßigt anhebt. - Gegen den gravierenden Anstieg der Energiepreise kann die EZB nichts unternehmen, da es sich um einen angebotsseitigen Schock handelt (M 5, Z. 6 f.). - Die EZB zögerte zu lange, so dass sie die Zinsen nun weiter erhöhen müsste, obwohl sich die Wirtschaft bereits in einem Abwärtstrend befindet (M 5, Z. 28 ff.). |