Lerninhalte
Inhaltsverzeichnis

Teil B

Die Opioidkrise mit jährlich tausenden Todesfällen hat die USA seit Jahrzehnten fest im Griff. Auch in Deutschland sehen Mediziner einen besorgniserregenden Trend bei Verbreitung und Missbrauch von Opioiden.

Beschreibe die Vorgänge an Synapsen nach Freisetzung von Opioiden.

Erläutere die verringerte Schmerzwahrnehmung und beruhigende Wirkung von Opioiden auf den Organismus.

Diskutiere den therapeutischen Einsatz exogener Opioide.

Beziehe in deiner Darstellung Sachverhalte aus der nachfolgenden Materialsammlung ein.

20 BE

Material 1

Als Opioide werden alle natürlichen und synthetischen Substanzen bezeichnet, die an Opioidrezeptoren binden. Die Opioidrezeptoren sind in unterschiedlichen Hirngebieten, im Rückenmark und in den Nervengeflechten des Darms und der Blase lokalisiert. An diese Rezeptoren binden sowohl die endogenen als auch die exogenen Opioide. Endogene Opioide, wie Enkephaline und Endorphine, werden vor allem in der Hypophyse und im Hypothalamus produziert und in Notfallsituationen ausgeschüttet. Exogene Opioide werden dem Körper von außen zugefügt und nach ihrer Herkunft unterteilt:

natürliche Opioide

(Opiate)

semisynthetische

Opioide

synthetische

Opioide

Herkunft

natürlich vorkommend

(Mohn)

aus natürlichen

Opioiden gewonnen

chemisch synthetisiert

Beispiele

Morphine

Heroin

Fentanyl

Einteilung exogener Opioide nach Herkunft

Nach: https://viamedici.thieme.de (07.11.2024)

Opioide werden bei starken Schmerzen in der Notfall- und Intensivmedizin eingesetzt. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Krebs- und Palliativpatienten, die teils unter unerträglichen Schmerzen leiden. Opioide sind auch Bestandteil von Narkosemitteln und dienen der Schmerzstillung während der Operation. Funktionseinschränkungen von Niere und Leber sind nicht zu erwarten.

Nach: https://flexikon.doccheck.com/de/Fentanyl (30.10.2024)

Material 2

Nicht-opioide Schmerzmittel, wie z. B. Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure werden vor allem bei leichten bis mäßig starken Schmerzen eingesetzt. Sie unterscheiden sich von Opioiden hinsichtlich ihres Wirkmechanismus. So hemmt Ibuprofen bestimmte Enzyme im Körper, sodass weniger entzündungsvermittelnde Gewebshormone entstehen, die auch an der Entstehung von Fieber und Schmerzen beteiligt sind. Der Dauergebrauch kann zu schweren Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Geschwüren und Funktionsstörungen von Leber oder Niere führen.

Nach: https://www.netdoktor.de/medikamente/ibuprofen/ (4.1.2025)

Nach: https://www.ginko-stiftung.de/landesfachstelle/Lexikon-Schmerzmittel/nachricht1848.aspx (4.1.2025)

Material 3

Abhängigkeit des Atemminutenvolumens von der Konzentration des synthetischen OpioidsAbhängigkeit des Atemminutenvolumens von der Konzentration des synthetischen Opioids

Abhängigkeit des Atemminutenvolumens von der Konzentration des synthetischen Opioids Fentanyl

Material 4

Pharmakologen des Universitätsklinikums Jena konnten durch genetische Veränderungen am Opioid-Rezeptor in Mäusen die Entwicklung einer Toleranz gegen Opioide fast komplett unterdrücken. Die schmerzmindernde Wirkung verbesserte sich sogar und hielt auch bei längerer Gabe an. Abhängigkeits- und Entzugssymptome blieben jedoch unverändert. Die jetzt in NATURE COMMUNICATIONS veröffentlichte Studie legt nahe, dass die Toleranzentwicklung von Opioiden durch Veränderungen des Opioid-Rezeptors vermittelt wird. Diese Erkenntnisse können zur Entwicklung verbesserter Opioide genutzt werden.

Nach: https://www.uniklinikum-jena.de (30.10.2024)

Material 5

Schematische Darstellung: Synapse ohne Opioid (oben) und mit Opioid (unten), zeigt Glutamatfreisetzung und RezeptorenSchematische Darstellung: Synapse ohne Opioid (oben) und mit Opioid (unten), zeigt Glutamatfreisetzung und Rezeptoren

Schematische Darstellung der Vorgänge an einer Synapse im Rückenmark

Legende Abbildung OpioideLegende Abbildung Opioide

Material 6

Schematische Darstellung von Gehirn und Rückenmark mit markierten Regionen der Opioidrezeptoren und Endorphinfreisetzung.Schematische Darstellung von Gehirn und Rückenmark mit markierten Regionen der Opioidrezeptoren und Endorphinfreisetzung.

Schematische Darstellung des Verlaufs der aufsteigenden schmerzvermittelnden Bahnen und der absteigenden schmerzhemmenden Bahnen

Material 7

Teil des zentralen Nervensystems

ausgewählte Reaktionen auf Schmerzsignale

sensorische Großhirnrinde

Wahrnehmung von Schmerz

Limbisches System (Amygdala)

Empfinden von Angst, unangenehme Empfindung

Zwischenhirn (Thalamus,

Hypothalamus)

Auslösung Stressreaktion,

Ausschüttung von Stresshormonen

Hirnstamm (Formatio reticularis,

Medulla oblongata)

Erhöhung von Herzschlag, Atmung,

Wachheit

Ausgewählte Reaktionen des zentralen Nervensystems auf Schmerzsignale

Nach: Herdegen, T.: Pharmako-logisch! Schmerz. Nichtsteroide Analgetika Opioide Schmerzspezifische Analgesie. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart 2014, S. 50f.

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