Halbjahresaufgabe 13/2
In seiner Regierungserklärung vom 15. Dezember 1954 vor dem Deutschen Bundestag äußerte sich Bundeskanzler Konrad Adenauer zur europäischen Einigung wie folgt:
„Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie wurde die Hoffnung für viele. Sie ist heute die Notwendigkeit für alle.“
Diskutiere ausgehend von diesem Zitat des Bundeskanzlers Konrad Adenauer die Frage, inwieweit die Idee eines geeinten Europas die Gefahr nationalistischer Konfrontationen seit 1945 gemildert hat!
Quelle: Regierungserklärung vom 15. Dezember 1954. Stenograph. Berichte, 2. Wahlperiode, 61. Sitzung, S. 3135; Bulletin 236/54.
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monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?Diskussion, inwieweit die Idee eines geeinten Europas die Gefahr nationalistischer Konfrontationen seit 1945 gemildert hat, ausgehend vom Zitat Adenauers, z. B.:
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einerseits nach 1945 zunehmend gelungene europäische Integration trotz vormaliger nationaler Verwerfungen, u. a. Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen, Élysée-Vertrag (vgl. auch Zitat Adenauers mit Betonung der Hoffnung auf ein geeintes Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, aber auch des Erfolgs der europäischen Einigung als „Notwendigkeit für alle“);
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Etablierung einer stabilen Vertrags- und Rechtsordnung, z. B. Römische Verträge, Verträge von Maastricht und Lissabon;
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erfolgreiche Etablierung übernationaler Institutionen und Verfahren zur friedlichen Beilegung von Konflikten, z. B. Europäischer Gerichtshof;
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Entwicklung einer europäischen Identität, z. B. gemeinsame Währung, Flagge, Hymne, zunehmender kultureller Austausch;
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wachsender gemeinsamer Wohlstand als Grundlage friedlichen Miteinanders, z. B. Schaffung eines wirtschaftlichen Binnenraums;
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integrative Wirkung durch wachsende Attraktivität für Beitrittskandidaten, ersichtlich an der Erweiterung der EWG/EU seit 1973, u. a. 2004 im Rahmen der Osterweiterung der EU;
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andererseits Vorhandensein nationalstaatlicher Konkurrenz, z. B. hinsichtlich der Verteilung von Fördermitteln;
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mitunter sinkende Akzeptanz bei der Bevölkerung, z. B. durch langwierige Entscheidungsfindung, Gefühl nicht ausreichender demokratischer Legitimation.